Muttersorgen

„IN JEDER FAMILIE GIBT ES ZU JEDER ZEIT EIN MITGLIED,
DAS GERADE AM WICHTIGSTEN IST. JETZT BIST DU ES,
ABER DAS ÄNDERT SICH AUCH WIEDER!“

(Dr Paula Rassoulian)

Im Jänner 2012 wurde bei mir die Diagnose „Ewing-Sarkom“ gestellt.
Meine Kinder waren zu diesem Zeitpunkt 15, 11 und 3 Jahre alt, der Jüngste 14 Monate.
Von einem Tag auf den anderen musste unser Alltag neu strukturiert werden, da ich als Betreuungsperson weitgehend ausfiel.

Einige Dinge haben uns dabei sehr geholfen:

  • Offenheit stärkt das Vertrauen, die Kinder fühlen sich ernst genommen.
  • Der Gedanke an die Kinder stärkt, macht Mut und gibt Durchhaltevermögen. Dennoch ist es wichtig, auf die eigenen Grenzen zu achten!
  • Kleine Ziele setzen, die Behandlung Schritt für Schritt „abarbeiten“.
  • Die nächsten Schritte immer erklären und auf Veränderungen vorbereiten, z.B. Haarausfall, Müdigkeit, Schmerzen, Krankenhausaufenthalte, gemeinsam Tücher oder Perücken probieren, fotografieren, lachen…
  •  Die Lehrer und Elternvertreter über die veränderte Familiensituation aufklären.
  • Netzwerke organisieren, gemeinsames Lernen mit Schulfreunden oder Nachmittagsbetreuung.
  • Die Familie und Freunde gezielt einbinden. Wer kauft ein, putzt, kocht, versorgt die Kinder?
  • Finanzielle Unterstützung beantragen, z.B. Pflegegeld.
  • Die Kinder je nach Alter helfen lassen, das macht sie stolz! Z.B. „Bringst du mir bitte ein Glas Wasser?“, Haustiere füttern, Geschirrspüler ausräumen…
  • Ein prall gefüllter Arztkoffer (Pflaster, Mundschutz, Verbände, Spritzen…) hilft, Ängste abzubauen. Puppen und Kuscheltiere gemeinsam „untersuchen“ oder „operieren“.
  • Auch beim Blutabnehmen bzw. Spritzen geben zuschauen lassen. So lernen Kinder, dass diese Dinge manchmal notwendig sind.
  •  Im Kalender anzeichnen, wann der Elternteil vom Spital/von der Reha zurückkommt.
  • Für kleinere Kinder eine Schnur mit Wollfäden aufhängen. Jeden Abend wird ein Faden abgeschnitten. Wieder ein Tag geschafft, bis Mama/Papa heimkommt!
  • Wenn möglich, vom Spital aus telefonieren, Gutenachtgeschichte erzählen oder einfach fragen, wie der Tag war.
  • Für alle Fälle bereits zu Hause beim Vorlesen filmen/aufnehmen lassen, falls man mal zu müde oder schwach ist. „Mama/Papa schläft schon.“
  • Kleinigkeiten mitbringen oder mitschicken lassen: Pixi-Buch, Pudding… „Mama/Papa denkt an mich!“
  • Falls man zu müde für die aktive Kinderbetreuung ist, einfach zum „Liebhaben“ da sein. Zuhören, vorlesen, singen, kuscheln…
  • Wochenendprogramm organisieren! Verwandte oder Freunde besuchen, das entlastet auch den Partner!