Archiv der Kategorie: 2017

Inspire2Live macht spannende Entdeckung

Angesichts der Situation in der die Pharmafirmen extrem hohe Preise für neu entwickelte Medikamente verlangen sah sich die niederländische Regierung veranlasst, diese teuren Medikamente bis zu einem angemessenen Preis im sogenannten „Schloss“ (auf Niederländisch: „de sluis“) zu lagern. Während dieser Verhandlungen haben die PatientInnen keinen Zugang zu diesen Arzneimitteln (es sei denn, das Pharmaunternehmen ist bereit, diese kostenlos zu geben).

Da Inspire2Live und PAN fest davon überzeugt sind, dass PatientInnen immer Zugang zu der bestmöglichen Behandlung haben sollten, egal wo sie leben und unabhängig vom Preis, haben wir eine Diskussion über die Frage begonnen: Wo endet das Eigentumsrecht (Patent) und das Recht der Menschen für die Gesundheitsversorgung?

Artikel 27 als Lösung?

Als wir den Weg zur Beantwortung dieser Frage erkundeten, kamen wir zu einem Artikel in der Vereinbarung der Welthandelsorganisation (WTO) über geistiges Eigentum, dem sogenannten TRIPS-Abkommen, in dem es heißt:

Artikel 27 Patentierbarer Gegenstand: 3. Mitglieder können auch von der Patentierbarkeit ausschließen: (a) diagnostische, therapeutische und chirurgische Verfahren zur Behandlung von Menschen oder Tieren;

Ausnahmen von den Patentrechten sind jedoch begrenzt und bestimmte Bedingungen müssen gemäß Artikel 30 des TRIPS erfüllt sein:

„Ausnahmen von den übertragenen Rechten: Die Mitglieder können begrenzte Ausnahmen von den ausschließlichen Rechten aus einem Patent vorsehen, sofern diese Ausnahmen nicht unangemessen sind, mit einer normalen Verwertung des Patents kollidieren und die berechtigten Interessen des Patentinhabers unter Berücksichtigung legitimer Interessen Dritter nicht in unangemessener Weise beeinträchtigen. „

Das TRIPS-Abkommen bildete die Grundzüge der Verordnung (EU) Nr. 1257/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Umsetzung einer verstärkten Zusammenarbeit im Bereich der Schaffung eines einheitlichen Patentschutzes vom 17. Dezember 2012 und vom Europäischen Patentübereinkommen, Artikel 53 c, ​​in dem es heißt:

„Europäische Patente werden nicht erteilt für: (c) Verfahren zur Behandlung des menschlichen oder tierischen Körpers durch chirurgische Eingriffe oder Therapieverfahren und Diagnosemethoden am menschlichen oder tierischen Körpers; diese Bestimmung gilt nicht für Produkte, insbesondere Stoffe oder Zusammensetzungen, zur Verwendung in einer dieser Methoden. „

Kosten für Medikamente senken

Im Moment ist die niederländische Regierung dabei, diese Vereinbarungen und Vorschriften in das niederländische Patentgesetz aufzunehmen. Was bedeutet das für uns in unserem Kampf als geduldige Fürsprecher für den Zugang für alle zur bestmöglichen Behandlung?

Es bedeutet, dass ApothekerInnen nach TRIPS, europäischem und niederländischem Recht, patentierte Arzneimittel herstellen dürfen, solange das hergestellte Medikament von dem/der ÄrztIn für eine/n bestimmte/n PatientIn verordnet und von dem/der eigenen ApothekerIn (formula magistralis) zubereitet wird. Ein ausgezeichneter Weg, um nicht nur die Kosten für patentierte Medikamente zu senken, sondern auch einen guten Weg zu einer personalisierten Medizin zu finden.

Inspire2Live und ihre Partner richten jetzt ein System ein, in dem ApothekerInnen ermöglicht wird, sicher komplexere Medikamente wie monoklonale Antikörper wie Nivolumab herzustellen.

Appell an alle PatientInnenvertretungen

Indem wir diese Fähigkeit dem pharmazeutischen Industriekomplex zeigen, hoffen wir eine Situation zu erreichen, in der es für sie nicht länger profitabel sein wird, extrem hohe Preise bei der Einführung neuer Medikamente zu verlangen, da dies für Krankenhäuser und Versicherungsunternehmen gewinnbringend für die Formel magistralis-Weg – statt das offizielle Produkt zu kaufen – wäre. Auf diese Weise erhalten wir niedrigere Preise und besseren Zugang zu neuen Medikamenten für alle PatientInnen.

Da diese Möglichkeit aus dem WTO-Abkommen TRIPS hervorgeht, möchten wir PatientInnenvertreterInnen auf der ganzen Welt nahe legen, die gleichen Möglichkeiten zu sondieren und sich für eine Anpassung des lokalen Rechts mit diesem Abkommen einzusetzen, einschließlich der Befreiung von formula magistralis von Medikamenten aus Patent- und Urheberrechtsgesetz.

Natürlich ist Inspire2Live bereit zu kooperieren und zu unterstützen, wo und so viel wie möglich, um die gleichen Rechte für Patienten Welt weit und rechtzeitigen Zugang zu den besten medizinischen Versorgung und verfügbaren Behandlungen zu erhalten.

Kostenlose Energiebehandlung für Betroffene und Angehörige

Robert Petlan ermöglicht es von Krebs betroffenen Menschen sich kostenlos bei ihm behandeln zu lassen – ein Service, der von unseren Mitgliedern bereits ausprobiert wurde:

„Es tut mir sehr gut und kann nur weiterempfohlen werden!“

Gesamtheitliche Energiearbeit

Bei der gesamtheitlichen Energiearbeit werden mit sanften Berührungen (Kontakten) die vorhandenen Blockaden einzelner Wirbel gelöst bzw. feinstoffliche Energieblockaden zur Auflösung angeregt. Die Wirbelsäule kann sich in ihrer natürlichen Linie wieder ausrichten.

Durch die Beseitigung dieser Blockaden kann das Nervensystem wieder frei arbeiten. Die körpereigene Energie kann wieder ungehindert fließen. Die Auswirkungen können weniger bzw. keine Schmerzen mehr, sowie wiedergewonnene Beweglichkeit und Energie sein.

Wirkungsprinzip

Der klassische Aspekt auf die Wirbelsäule bezieht sich meist auf die knöcherne Struktur und Aufbau der Wirbelsäule. Dieser lässt sich allerdings um einen energetischen Aspekt erweitern: Die knöcherne Wirbelsäule ist durchzogen vom Duralschlauch (Menningen). Im Duralschlauch liegt das Rückenmark, welches von einer bindegewebigen Haut, der Dura, umgeben ist und in dem sich Nerven oder Nervenwurzeln befinden. Darauf basierend sind z.B. die Caranio Sacrale Grundlagen aufgebaut. Es existiert somit eine Verbindung mehrerer Ebenen: von der feinstofflichen bis zur festen Materie.

Die Ursachen die zu einer Wirbelverschiebung oder eines Energiestaus führen können vielseitig sein. Auch können die durch Gedanken entstehenden Gefühle zu einem Stau im feinstofflichen Gewebe führen. Dieser, meist einseitige, Stau bringt die Wirbelsäule wieder aus ihrem Gleichgewicht und einzelne Wirbel können sich aus ihrer natürlichen Mitte bewegen.

Nervenimpulse kommen dann geschwächt, fehlgeleitet oder gar nicht in den unterschiedlichen Regionen des Gehirns an. Da die einzelnen Wirbel auch Verbindung mit unseren Organen und Denkmustern stehen, ergeben sich auch hier Abhängigkeiten.

Ein Schmerz ist immer ein Hinweis, dass etwas in Unordnung geraten ist. Mag es kurzfristig helfen das Symptom durch Medikamente zum Verstummen zu bringen. Die Ursache ist damit noch nicht behoben. Hier kann die gesamtheitliche Energiearbeit unterstützen. Zum einen, dass ein entspannter Körper entspannende Gedanken fördert, zum anderen durch das anstoßen eines Transformationsprozesses.

Interesse?

Nehmen Sie direkt Kontakt mit Robert Petlan auf:

Robert Petlan, Humanenergetiker
Linzer Straße 394/2A
1140 Wien
Mobil: +43 699 1699 3853
Fax: +43 699 3699 3853
Mail: instantkarma@petlan.net

PAN-Kooperation mit Inspire2Live

Wir verstärken unser internationales Engagement zusammen mit unseren PAN-Ambassadors und Patient Advocates aus den Niederlanden Inspire2Live. PAN-Gründerin Natalija Frank ist nun auch Inspire2live Patient Advocate. Wir verbinden emotionale Komponenten mit Gesundheitswissen, um die Gesundheitsversorgung wieder auf ihre Essenz zurückzuführen: den/die PatientIn. PAN und Inspire2Live setzen sich für die optimale Versorgung Jugendlicher und junger KrebspatientInnen ein.

Für die optimale Versorgung von PatientInnen muss verstärkt auf hochkomplexe Pflege gesetzt werden!

Werden PatientInnen an exzellenten Einrichtungen zur Krebsbehandlung diagnostiziert und behandelt, haben diese bessere Behandlungserfolge, können mit weniger Komplikationen bei der Behandlung rechnen und leben länger und besser als diejenigen PatientInnen, welche nicht in solchen Einrichtungen behandelt werden. Das wurde durch Studien bereits mehrfach untersucht und bestätigt.

Jedes Jahr wird beispielsweise in den Niederlanden bei 4.000 neuen PatientInnen Krebs in Ösophagus (Speiseröhre) und Magen diagnostiziert. Ein Drittel dieser KrebspatientInnen erhält eine Heilbehandlung. Allein 2016 wurden in Holland 806 Ösophagektomien und 553 Magenresektionen in 22 verschiedenen Krankenhäusern durchgeführt. Das ist eine viel zu große Anzahl an Krebsbehandlungszentren, um den PatientInnen die bestmögliche Diagnostik, Behandlung und Nachsorge zu garantieren!

Dabei ist es möglich, diesen Zustand zu ändern – und es sollte schnell gehen. Die PatientInnengemeinschaft würde stark davon profitieren und daher ist es dringend erforderlich, die gesamte Expertise hinsichtlich Diagnostik, Pflege und Nachsorge zu sammeln und zu vereinen.

Wille ist der erste Schritt

Es gibt Behandlungszentren, in denen eine solche Konzentration an ExpertInnenwissen bereits stattgefunden hat. Hier leben die PatientInnen länger und genießen eine bessere Lebensqualität als diejenigen Erkrankten, welche an Zentren behandelt werden, wo die Konzentration an Expertise sehr viel geringer ist. Alle PatientInnen, die an solchen Krebsleiden erkrankt sind, verdienen die bestmögliche Behandlung! Das kann jedoch nur  durch die Bündelung von ExpertInnentum und -wissen erreicht werden.

Die Realisierung dieser Konzentrationsbemühungen ist alles andere als einfach. Eine schwierige Umsetzung ist jedoch kein Grund dafür, PatientInnen mit Ihrem Leben oder ihrer Lebensqualität bezahlen zu lassen! Der Weg zu exzellenter Betreuung muss beschritten werden – und PAN und Inspire2live wissen, wie. Der erste Schritt ist der Wille aller beteiligten Parteien, diese Bestrebungen umzusetzen.

PatientInnenversorgung über Landesgrenzen hinweg

PAN und Inspire2Live für freien Zugang Jugendlicher und junger Erwachsener KrebspatientInnen zu der besten Behandlung für seltene Erkrankungen in Europa

Wir verbinden emotionale Komponenten mit Gesundheitswissen um die Gesundheitsver-versorgung wieder auf ihre Essenz zurückzuführen: den/die PatientIn. Wir sind beharrlich, ausdauernd, interessiert und auf Kooperation fokussiert.

Cross-border healthcare for orphan diseases in Europe

Peter Kapitein von Inspire2Live Niederlande schreibt: „Wir empfinden es inzwischen als normal, jederzeit und ohne Pass durch ganz Europa reisen zu können und das in vielen Fällen ohne die Währung wechseln zu müssen. Warenlieferungen müssen nicht an Grenzen stoppen; anzumeldende Waren sind die Ausnahme geworden. Und auch Dienstleistungen können ohne Einschränkungen, in allen Ländern frei angeboten werden. In einem der 28 Länder der Europäischen Gemeinschaft zu leben bedeutet freie Bewegung von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital. Das ist wunderbar.“

„In einem der 28 Länder der Europäischen Gemeinschaft zu leben bedeutet freie Bewegung von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital. Das ist wunderbar.“

– Peter Kapitein

„Wenn man jedoch als PatientIn aus den Niederlanden eine gute Behandlungsmöglichkeit für seine oder ihre Erkrankung zum Beispiel in Lissabon entdeckt, wird es nahezu unmöglich sein, diese als Nicht-PortugiesIn auch nutzen zu können.“

Eine solche Behandlung tatsächlich auch wahrzunehmen, kann nur dann bewerkstelligt werden, wenn man sehr viel Geld zur Verfügung hat, also etwas, dass die meisten PatientInnen eben nicht besitzen. Angenommen, ein/e griechische/r MitbürgerIn entdeckt in den Niederlanden eine interessante klinische Studie, bei der eine Teilnahme für sie oder ihn in Frage kommen würde: Für ihn/sie wird es annähernd unmöglich sein, tatsächlich daran teilzunehmen.

Patients first!

Auch auf der anderen Seite existieren so viele Hürden, dass wir es nicht schaffen, PatientInnen ein längeres und qualitativ besseres Leben mit ihren Lieben bieten zu können – immer dann, wenn eine Behandlungsmöglichkeit außerhalb der eigenen Landesgrenzen liegt. Die entsprechenden BürokratInnen, PolitikerInnen und AnwältInnen haben die Teilhabe-Verfahren so verkompliziert, dass PatientInnen häufig immer noch mit Prozeduren vorliebnehmen müssen, die bereits seit Jahrzehnten veraltet sind und in keiner Weise damit in Verbindung stehen, was heute in der modernen Medizin an Therapieverfahren möglich ist.

Dabei hat es die Europäische Union in anderen Lebensbereichen – wie zum Beispiel der wirtschaftlichen Zusammenarbeit – schon lange ermöglicht, dass Menschen Angebote frei und über Landesgrenzen hinweg unproblematisch nutzen können. Der freie Zugang von PatientInnen zu klinischen Studien und Behandlungsverfahren in ganz Europa hätte große Vorteile. Sie wären dann viel leichter zu füllen, da größere PatientInnenzahlen für seltene Erkrankungen zur Verfügung stünden.

Sehr seltene Behandlungsmöglichkeiten könnten in einigen Zentren in Europa zusammengeführt und konzentriert werden, um so die Qualität von Behandlungen zu steigern und diese weiterzuentwickeln. Bei der Teilnahme an klinischen Studien kann der Ausgangspunkt für eine Veränderung darin bestehen, dass die Krankenkassen derjenigen Länder, in welchen die PatientInnen wohnen, für die Behandlungen aufkommen, die im Behandlungs(aus-)land offiziell anerkannt werden.


„Zum Sterben habe ich keine Zeit“

Vierzig Jahre nach der Diagnose „tödlicher Krebs“ zeigt Elisabeth Held in „Zum Sterben habe ich keine Zeit“, dass man dem Tod manchmal doch entkommen kann. Die Geschichte einer Kämpferin.

Im Alter von nur 19 Jahren erfährt Elisabeth Held, dass sie Glück hat, wenn sie in ihrem Zustand noch ein letztes Mal mit ihrer Familie zusammen Weihnachten feiern kann. Sie bekommt die Diagnose „Ewing-Sarkom“, einer der bösartigsten Knochentumore, die es gibt. Die in Kolumbien geborene Frau entscheidet sich für eine Behandlung in Deutschland. Dort wird ihr Oberarmknochen entfernt und durch eine neuartige Prothese ersetzt. Diese Prothese trägt sie vierzig Jahre nach dem Todesurteil immer noch – und genießt jeden Moment ihres Lebens.

„Vierzig Jahre überfällig“

Die LeserInnen erfahren in den bunten Episoden, von denen Elisabeth Held in „Zum Sterben habe ich keine Zeit“ berichtet, viel über die Krebsbehandlung – und die Welt. Die Autorin macht sich nach ihrer Krebsbehandlung auf, die unterschiedlichsten Ecken der Erde zu bereisen und in manchen Ländern etwas länger zu verweilen. Sie macht anderen KrebspatientInnen mit ihren Geschichten Mut und zeigt wie man den Krebs und die Spätfolgen der Strahlentherapie auf eine positive Weise in das eigene Leben integrieren
kann.

„Zum Sterben habe ich keine Zeit“ von Elisabeth Held ist ab sofort im tredition Verlag oder alternativ unter der ISBN 978-3-7345-9492-2 zu bestellen. Der tredition Verlag hat es sich zum wichtigsten Ziel gesetzt, jungen und unbekannten AutorInnen die Veröffentlichung eigener Bücher zu ermöglichen, aber auch Verlagen und Verlegern eine Kooperation anzubieten. Tredition veröffentlicht Bücher in allen Medientypen, vertreibt im gesamten Buchhandel und vermarktet Bücher seit Oktober 2012 auch aktiv.

Kostenfreier Vortrag für Betroffene und Angehörige

Wir möchten Krebsbetroffene und deren Angehörige herzlich zu unserem kostenfreien Vortrag „Krebs – gesund werden und gesund bleiben“ einladen.

Prim. Univ-Prof. Dr. Leopold Öhler informiert im Vortrag über die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Krebstherapien und warum die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams so wichtig bei der Therapieentscheidung ist.

Bereits während der medizinischen Therapien, aber auch im Anschluss daran, ist das aktive Mitwirken der Betroffenen gefragt. Negative Begleitsymptome können durch zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten und die Änderung des Lebensstils in vielen Fällen gelindert und die Lebensqualität gesteigert werden. Welche Rolle spielen Bewegung, Ernährung und komplementäre Begleitangebote, um nachhaltig die Gesundheit zu stärken?

„Krebs – gesund werden und gesund bleiben“

mit Prim. Univ-Prof. Dr. Leopold Öhler, Abteilungsvorstand Interne 1 und Interne 2 im St. Josef Krankenhaus, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfacharzt für Hämatologie und Onkologie

Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:30 – 20:00 Uhr

Die Teilnahme ist kostenfrei

Ort: St. Josef Krankenhaus, Auhofstraße 189, 1130 Wien, Salvatorsaal

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Haare behalten trotz Chemotherapie

Ein vermeintlich sekundärer Effekt, mit dem an Krebs erkrankte Menschen während der Chemotherapie zu kämpfen haben, ist die Tatsache, dass sie ihre Haare im Zuge der Behandlung verlieren. Da dieser Haarverlust – rein medizinisch betrachtet – die harmloseste aller Nebenwirkungen der Chemotherapie ist, wurde der er lange Zeit als notwendiges Übel hingenommen und es wurden kaum Schritte unternommen, diese Nebenwirkung zu bekämpfen.

Erfahrungen aus der klinischen Praxis bei der Behandlung von KrebspatientInnen zeigen jedoch, wie traumatisch dieser Haarverlust für die Betroffenen ist. So beobachtet zum Beispiel Dr. Julie Nangia, Assistenzprofessorin am Lester and Sue Smith Breast Center des Babylor College of Medicine, dass Haarausfall einen ungeheuren Tribut von den PatientInnen fordert, sowohl hinsichtlich ihrer eigenen Körperwahrnehmung aber auch in der Wahrnehmung durch andere.

Die Betroffenen verlieren ihre Anonymität. Sie können ihre Krankheit nicht länger verstecken und alle anderen sehen: „Diese Person ist krank.“ PatientInnen wie auch Ärzte hofften, Methoden oder Therapien zu finden, um den Verlust der Haare im Zuge der Chemotherapie zu verhindern oder zumindest zu reduzieren. Aufgrund der hohen Komplexität des Phänomens Haarausfall und der außerordentlich schwierigen medizinischen Behandlung der PatientInnen waren die Möglichkeiten dem Verlust der Haare vorzubeugen bisher jedoch sehr begrenzt.

Kopfhaut kühlen – Haare behalten

Im Jahre 2016 wurde am San Antonio Breast Cancer Symposium eine Studie vorgelegt, deren Ergebnisse zeigen, wie durch die Kühlung der Kopfhaut mithilfe einer Kühlhaube, welche die PatientInnen kurz vor, während und ein bis zwei Stunden nach Verabreichung der Chemotherapie tragen, der Haarausfall deutlich reduziert wird. Das System kühlt konstant auf +18°C über eine Gesamtdauer von 3,5 bis 4 Stunden. Dieser Prozess stellt für die meisten PatientInnen kein Problem dar. Sie vertragen die Kühlung meist hindernislos, einige wenige empfinden sie als zu kalt.

Die genannte Studie wurde in den USA durchgeführt und beinhaltete 182 Frauen mit Brustkrebs (Stadium I und Stadium II), die mindestens vier Zyklen Chemotherapie entweder auf der Basis von Taxane oder Anthracycline über sich ergehen lassen mussten. Am Ende der Studie blieben 142 PatientInnen übrig, die alle vier Zyklen Chemotherapie abschlossen.

95 Patienten waren dabei in der Gruppe, deren Kopfhaut während der Behandlung gekühlt wurde; bei 47 PatientInnen wurde keine Kühlung vorgenommen. Alle 47 PatientInnen, die die Kühlhaube nicht trugen, verloren ihre Haare. Von den 95 PatientInnen mit Kühlhaube konnten 48 ihre Haare behalten. Das bedeutet 50.5 % der Menschen, deren Kopfhaut während der Chemotherapie mithilfe einer Kühlhaube gekühlt wurde, konnten sich vor dem Ausfall der Haare erfolgreich schützen.

Behandlung in Österreich

In Österreich steht dieses System bisher in nur wenigen Krankenhäusern zur Verfügung. DGKS Natalija Frank, MPH und Gründerin von PAN, die den englischen Experten Richard Paxman und seine Methode auf einem Symposium kennenlernte, testete im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung dieses System, nachdem sie es bei ihren KollegInnen in London ausführlich beobachtet und selbst ausprobiert hatte.

Frank arbeitet seit knapp dreißig Jahren in Pflege, Betreuung und Beratung von PatientInnen im AKH Wien – in den letzten Jahren auch als Managerin für klinische Forschung am Comprehensive Cancer Center Vienna der MedUniWien und des AKH Wien.
Auch die Resultate der Anwendung des Orbis Paxman Hair Loss Prevention System, einem Produkt der Paxman Coolers Ltd., sind bisher in Österreich sehr überzeugend. Im Interview berichtet Natalija Frank:

„Von 30 PatientInnen, die ich bisher bis zum Schluss der Chemotherapie (Taxane, Anthracycline und 5FU) betreut habe (27 Frauen, drei Männer) konnten 19 ihre Haare behalten, sodass sie keine Perücke brauchten. Eine sehr junge Patientin, die ihre Haare verlor, hätte es – denke ich – auch schaffen können. Aber da wurde bei der ersten Anwendung irrtümlich der Stecker des Geräts aus der Steckdose gezogen und man hatte es zu spät bemerkt.“ Sie fährt fort:

© Paxman Scalp Cooling

„Zwei Patientinnen haben die Behandlung vorzeitig abgebrochen – die eine, weil sie unter Kopfweh litt, und die andere, weil sie sich verkühlt hatte und ihr das Behalten der Haare dann doch nicht so wichtig war (diese Patientin war Friseuse und hatte viele Perücken zur Auswahl). Ich schätze aber auch hier, dass die beiden Damen keine Perücke gebraucht hätten, wenn wir die Anwendung des Kühlgeräts fortgesetzt hätten.“ Offenbar kann das System auch dann greifen, wenn der Haarausfall bereits eingesetzt hat:

„Eine Patientin hatte sogar schon zwei Zyklen Chemotherapie hinter sich, bestand jedoch auf die Anwendung des Verfahrens, weil sie die Kühlung bei der Nachbarin mitbekommen hatte und der Haarverlust für sie so schrecklich war. Ich riet ihr sogar ab – gab zu bedenken, dass es wohl schon zu spät wäre, weil sie fast alle Haare bereits verloren hatte. Aber sie wollte es unbedingt probieren. Also hatte sie beim dritten Chemotherapie-Zyklus die Kühlkappe – und kam zum vierten Zyklus mit neuer Haarpracht! Das war auch für mich eine große Überraschung.“

© ORF

Auch wenn das Orbis Paxman Hair Loss Prevention System keine hundertprozentige Garantie bieten kann, den Haarausfall bei Chemotherapien zu besiegen, zeigen die Ergebnisse des bisherigen Einsatzes der Kühlhauben erstaunliche Erfolge. Mindestens 50% der PatientInnen erhalten durch dieses System die Möglichkeit ihre Haare zu behalten. Jede/r zweite erhält so die Möglichkeit, ein selbstbestimmteres Leben – auch mit der Diagnose Krebs – führen zu können.

Die Resultate dieser Anwendungsbeobachtung wurden in einem Beitrag des ORF vorgestellt. Natalija Frank bekommt noch immer regelmäßig Anfragen von den PatientInnen, die mit der Kopfhautkühlung dem Haarverlust vorbeugen möchten. Leider ist die Studie (Anwendungsbeobachtung) mittlerweile beendet und eine Lösung für den flächendeckenden, systemischen Einsatz noch nicht gefunden. In diesem Jahr wurde am größten Europäischen Brustkrebskongress St. Gallen in Wien die Kopfhautkühlung als Prävention des Haarverlustes bei Chemotherapie eindeutig empfohlen. Es bleibt zu hoffen, dass die systemische Lösung für den Einsatz des Paxman Hair Loss Prevention System bald gefunden wird.

© ORF

Perücken für ärmere Länder

PAN engagiert sich über Österreichs Landesgrenzen hinweg: Schicken Sie uns Ihre Perücke, die Sie nicht mehr brauchen! Wir verteilen sie an PatientInnen, die aus wirtschaftlich benachteiligten Verhältnissen kommen.

Spenden Sie Ihre Perücken, wenn Sie sie selbst nicht mehr benötigen. Wir werden diese Haarteile sammeln, aufbereiten und anschließend weiterverteilen. So können wir diese wichtigen Ressourcen auch Menschen zukommen lassen, die diese dringend benötigen, sie sich aber nicht leisten können. Sobald die ersten Perücken eintreffen und aufbereitet sind, werden wir zunächst in Kroatien, Bosnien und Serbien beginnen, diese zu verteilen. In unserer Fundgrube finden Sie die aktuellen Modelle, die wir zur Verfügung haben.

Dieses Projekt steht am Beginn unseres internationalen Engagements. Unter dem Menüpunkt Projekte finden sie noch weitere Initiativen des Vereins, die international helfen.

Sollten Sie eine Perücke übrig haben und sie für den guten Zweck abgeben möchten, senden Sie uns bitte eine Nachricht.

Wir bedanken uns schon jetzt recht herzlich bei jeder Spenderin und jedem Spender!