2014

Wiener Krebstag im Rathaus

Dieser besondere informative Samstag war für uns ein voller Erfolg. Viele BesucherInnen waren neugierig und besuchten unseren Vereinstisch, der zum ersten Mal am Wiener Krebstag im Festsaal des Rathauses zu finden war. Unser Tisch war zwischen Cancer School – CCC Vienna und Europa Donna Austria sehr gut aufgehoben. Einige BesucherInnen waren sogar am Basteln der Origami-Kraniche interessiert und sahen uns gespannt dabei zu. Ein nettes Mitbringsel für manche, die mehr über uns erfahren wollten.

Nicht nur Betroffene und deren Angehörige suchten ein nettes Gespräch, auch Aussteller-KollegInnen kamen bei uns vorbei. An diesem Nachmittag widmete man besonderer Aufsamkeit folgenden 4 Karzinom-Themen:

• Brustkrebs
• Dickdarmkrebs
• Prostatakarzinom
• Leukämie und Lymphome

Viele prädestinierte OnkologInnen brachten uns auf den neuesten Stand und versuchten mit übersichtlichen Präsentationen aufzuklären. Ein Highlight war der Infopoint, wo man die Möglichkeit hatte, nach einem Vortrag mit dem vortragenden ExpertInnen zu sprechen. und etwaige Fragen abzuklären.

Fazit: Unser erster Schritt in die Öffentlichkeit ist gesetzt. Vorbeikommen hat sich gelohnt!

Nähere Infos finden Sie hier:
http://www.leben-mit-krebs.at/
http://www.ccc.ac.at/
http://www.cancerschool.at/

Der 4. Februar ist Welt-Krebstag

Anlässlich des heurigen Welt-Krebstages hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Zahlen präsentiert. Demnach war eine weltweite Steigung bei Krebserkrankungen zu verzeichnen.

Im Jahr 2012 hatte es rund 14 Millionen Neuerkrankte gegeben,
bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken.

Etwa 8,2 Millionen Menschen seien an Krebs gestorben.
In den kommenden zwei Jahrzehnten werde die Zahl auf bis zu 13 Millionen steigen, befürchten ExpertInnen.

Die Gründe:

Zum Teil gehe der enorme Anstieg auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die zunehmende Lebenserwartung zurück. Hinzu komme, dass die Menschen in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern häufig schädliche Verhaltens- und Lifestyle-Gewohnheiten reicherer Staaten annähmen, etwa bei der Ernährung.

Die Welt-Krebsorganisation (UICC) ruft an diesem Aktionstag bereits seit 2007 zu mehr Aufmerksamkeit gegenüber Krebs auf.

Näheres finden Sie hier: 
https://www.worldcancerday.org/  

Einladung zur Veranstaltung „Focus Onkologie“

Datum: 14. Februar 2014, 14.00 bis 18.00 Uhr
Titel:  „Focus Onkologie  – Personalisierte Medizin in der Onkologie: Der Weg in die Zukunft“
Ort: Aula der Wissenschaften, Wollzeile 27A, 1010 Wien

                                Anmeldung erforderlich, Eintritt frei!

Österreichische ExpertInnen präsentieren den Status Quo der personalisierten Medizin in der Onkologie und geben einen Ausblick auf die kommenden Jahre. Der erste Block (14.00 bis 16.00 Uhr) widmet sich dem Thema „Molekularbiologische Charakterisierungen von Tumoren – Implikationen für Diagnose und Therapie“, der zweite Block (16.00 bis 18.00 Uhr) stellt die Rahmenbedingungen der personalisierten Medizin in den Mittelpunkt. 

Vorsitz:
Univ.-Prof. Dr. Ulrich JÄGER, MU Wien
Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald PRAGER, MU Wien
Univ.-Prof. Dr. Markus RADERER, MU Wien
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph ZIELINSKI, MU Wien

Referenten:
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Rupert BARTSCH, MU Wien
Assoc. Prof. Univ.-Doz. Mag. Dr. Martin FILIPITS, MU Wien
Univ.-Prof. Dr. Lukas A. HUBER, MU Innsbruck
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang KÖSTLER, MU Wien
Univ.‐Prof. Dr. Markus MÜLLER, MU Wien
Univ.-Prof. Dr. Friedrich WRBA, MU Wien
Univ.-Prof. Dr. Kurt ZATLOUKAL, MU Graz

Anmeldung:
MEDahead Gesellschaft für medizinische Information m.b.H.
Part of Medical Opinion Network von MedMedia Verlag

Adresse:
Seidengasse 9/Top 1.3
1070 Wien

Tel.: 01/607 02 33-63

Eintritt frei!
Anmeldung erforderlich per Mail an s.prueckler@medahead.at bis 04.02.2014

Anrechenbarkeit der Veranstaltung
DFP-approbierte Veranstaltung (3 fachspezifische Punkte)

Einladung zu PatientInnen-Infotag „Sarkom“

In Österreich erkranken jährlich etwa 500 Menschen an einer seltenen Krebsform – dem Sarkom. Die Erkrankung kann in allen Altersgruppen auftreten und daher sind relativ viele junge Erwachsene betroffen.

In den letzten Jahren konnten wesentliche Erkenntnisse über Weichteilsarkome erzielt werden: Ein besseres Verständnis über Entwicklung von Weichteilsarkomen, eine genauere Prognose und eine Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten.

Kommen Sie am 5. Dezember 2014 ab 15 Uhr zum PatientInnen-Informationstag „Sarkom“ im AKH Wien (Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Hörsaalzentrum Ebene 8, Hörsaal 5)!

Dieses Treffen bietet den Betroffenen und Angehörigen die Gelegenheit zur umfassenden Information über alle, ihre Krankheit betreffenden Fragen, die sie einer namhaften ExpertInnenrunde, bestehend aus PathologInnen, RadiologInnen, OrthopädInnen, StrahlentherapeutInnen und OnkologInnen, stellen können – sowohl öffentlich, als auch ganz persönlich.

Gleichzeitig soll das Treffen die Möglichkeit bieten, mit MitpatientInnen Erfahrungen auszutauschen. Am Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien, den größten Zentrum in Österreich, werden  beispielsweise pro Jahr über 300 Sarkom-PatientInnen betreut.

Wir freuen uns sehr alle Interessierten bei uns begrüßen zu dürfen. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

European Society for Medical Oncology in Madrid

Der zweijährlich stattfindende Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) wurde von 26. – 30. September 2014 in Madrid abgehalten und zählt mit seinen 20.000 TeilnehmerInnen zu einem der bedeutendsten onkologischen Kongresse in Europa.  Dabei wurden eine Vielzahl neuer Studienergebnisse und nachfolgende Analysen von früheren Studienergebnissen vorgestellt.

Brustkrebs

Es konnte durch die Auswertung der Studien CLEOPATRA, HERNATA und VELVET, bei PatientInnen mit HER2-pos metastasiertem Mammakarzinom eine Verlängerung der Überlebenszeit durch die Gabe von  Pertuzumab + Trastuzumab + Docetaxel  im Vergleich zu Trastuzumab + Docetaxel  alleine, in der 1stline Therapie aufgezeigt werden. (ESMO Abstract 361PD [1])

Prostatakarzinom

Bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom konnte in der Studie COU-AA-302 durch die Gabe von Abirateron in der 1stline Therapie ein längeres progressions- (rückfall-)freies Überleben nachgewiesen werden. (ESMO Abstract 753O[2])

Lebensqualität

Der Kongress spiegelt aber auch das Bedürfnis der PatientInnen nach mehr Lebensqualität während und nach einer Krebsbehandlung wider. Es konnte in einer Subgruppenanalyse der Studie 19 bei Ovarialkarzinom mit BRCA-Mutation gezeigt werden, dass durch die Verabreichung von Olaparib als Erhaltungstherapie für 55,6 % der StudienteilnehmerInnen die Lebensqualität unverändert blieb und bei 27% sogar verbesserte. Gleichzeitig konnte die progressionsfreie Überlebenszeit verlängert werden. (ESMO 885PD[3])

Nebenwirkungen

Trotz der laufenden Verbesserungen in der Krebsbehandlung wird die Chemo- oder Hormontherapie bei etwa 500 von 8000 PatientInnen aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen. Am ESMO-Kongress wurden dazu Daten aus fünf europäischen Ländern von Rheena Khanna aus London vorgestellt. Die abgebrochenen Therapien waren 87 % Chemo- und 13% Hormontherapien, bei Brust- Dickdarm und Lungenkarzinomen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Neutropenie (36%), Übelkeit/Erbrechen (23%), Neuropathie (17%) und Schleimhautentzündungen (15%). Bei den Hormontherapien waren Schmerzen die häufigste Ursache für eine vorzeitige Beendigung der Therapie. (ESMO 1551P[4])

Daraus lässt sich neuerlich ableiten, wie wichtig die Verabreichung von supportiven (begleitenden) Therapien und die konsequente Einhaltung für die betroffenen PatientInnen ist. Die PatientInnen sind dabei immer wieder zu ermuntern, diese begleitenden Therapien einzufordern. Eine gelungene Arzt-PatientInnen-Kommunikation ist dabei für den Behandlungserfolg essentiell. Dazu zählt ebenso die psycho-onkologische Unterstützung.

Die Studie kann für alle ÄrztInnen auch als ein „Wieder-ins-Bewusstsein-Rufen“ verstanden werden, alle zur Verfügung stehenden begleitenden Therapieoptionen zu vergegenwärtigen, um einen möglichen Therapieabbruch zu verhindern.

© ESMO

Ungleicher Zugang zu Krebstherapien

In zwei neuen Studien wurde am ESMO-Kongress aufgezeigt, dass der Zugang zu Krebsmedikamenten in den USA, Kanada und Europa sehr unterschiedlich ist, unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Dauer bis zur Zulassung.

Sunil Verma und Nardin Samuel haben in einer Studie die Dauer bis zur Zulassung bei 41 Krebssubstanzen in den Ländern verglichen. Es hat sich dabei unter anderem ergeben, dass im Schnitt die Zulassungszeit für das für Blutkrebs zugelassene Azactidin bei der United States Food and Drug Administration FDA (USA) um sechs Monate kürzer war als durch die European Medicines Agency EMA (EU) und 7,6 Monate kürzer als in Kanada. Dabei ist es ein Grundrecht des Menschen, in bestmöglicher Gesundheit zu leben und für an Krebs erkrankten Menschen ist der Zeitfaktor oft eine Frage des Überlebens. (ESMO 10360_PR[5])

Für eine Verkürzung der Zulassungsdauer müssen Gespräche zwischen Industrie, Behörden, Forschungsinstitutionen, PatientInnenvertretungen intensiviert werden. Dabei muss ein optimales Gleichgewicht gefunden werden, zwischen einer verkürzten Zulassungszeit und der Sicherheit der Medikamente in der Anwendung an dem/der PatientIn. 

Felipe Ades aus Brüssel hat in einer Untersuchung nachweisen können, dass Patientinnen in Osteuropa einen schlechter mit Trastuzumab (bei HER2 positiven Brustkrebs) versorgt werden, als Patientinnen in den USA und Westeuropa. Es betrifft hier etwa 20 % aller Brustkrebsfälle, die durch die schlechtere Versorgung einen Einfluss auf das Überleben dieser Frauen ausüben. Dabei konnte gezeigt werden, dass in den osteuropäischen Ländern nicht ausreichend Trastuzumab eingekauft wurde, um die betroffenen Patientinnen in allen Fällen zu versorgen.

Die Überlebensrate steht nachweislich in einem direkten Zusammenhang zu den Gesundheitsausgaben – je höher die Ausgaben, desto höher auch die Überlebensrate in den untersuchten Ländern.  (ESMO 1387PD_PR[6])

Zusammenfassend

…ist für Europa ein gleicher Zugang zu Krebsmedikamenten zu fordern, einheitliche Zulassungsprozesse bei neuen onkologischen Medikamenten sowie ein gewissenhafter Einsatz von supportiven Therapien, um Nebenwirkungen in der Krebsbehandlung so weit wie möglich zu reduzieren, zugunsten des Behandlungserfolgs und der Lebensqualität.

ESMO steht für die Förderung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Krebsbehandlung mit Publikationen in einem der wichtigsten Journale auf dem Gebiet der Onkologie – Annals of Oncology.  

___________________

Quellen:  

[1]  ESMO 361PD Andersson et al, Interim safety and efficacy of Pertuzumab, Trastuzumab and Vinorelbine for first-line treatment of patients with her2-poitive locally advanced or metastatic breast cancer

ESMO 753O Ryan et al, Final survival analysis of COU-AA-302, a randomized phase 3 study of Abiraterone acetate in metastatic castration-resistant prostate cancer patients without prior chemotherapy

3 ESMO 885PD  Ledermann et al, Health-related quality of life during olaparib maintance therapy in patients with platinum-sensitive reapsed serous ovarian cancer and a BRCA mutation

ESMO 1551P_PR – Khanna et al, Patterns of patients stopping their anti-cancer drug due to its associated side effects in France, Germany, Italy, Spain and UK (EU5)

ESMO 1036O_PR – Samuel et al, Cross-comparison of cancer drug approvals among international regulatory bodies

6 ESMO 1387PD_PR  Felioe et al,  Are life-saving anticancer drugs reaching all patients? Patterns and discrepancies of trastuzumab use in the European Union and the USA


Einladung zum E.M.S.O.S. Sarkom-Kongress

Die Therapie von Weichteiltumoren stellt eine große medizinische Herausforderung dar und ist nur interdisziplinär erfolgreich zu bewältigen. Das Programm der 27. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für muskulo-skelettale Onkologie (E.M.S.O.S.) spiegelt diesen multimodalen Behandlungsansatz wider. EMSOS 2014, 22. bis 23. Mai in der Aula der Wissenschaften, Wien.

Pro Jahr werden in Österreich ca. 240 bis 300 Weichteilsarkome (Tumore des Binde-, Fett- und Muskelgewebes) neu diagnostiziert. Sie sind bei rechtzeitiger, adäquater Therapie immer besser behandelbar.

Wesentlich für den Therapieerfolg ist das Zusammenwirken der unterschiedlichen Fachdisziplinen. Von 22 bis 23. Mai 2014 findet in Wien der größte Europäische Kongress zu dieser Tumorerkrankung statt (EMSOS 2014). Kongresspräsident Reinhard Windhager, Leiter der Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni Wien und der CCC-Unit MST (Musculosceletal Tumors Unit) dazu:

„Das Programm unseres Kongresses orientiert sich am Puls der neuesten medizinischen Entwicklungen und ist stark interdisziplinär ausgerichtet. Unsere Vorträge und Sessions werden von hochkarätigen, internationalen ExpertInnen gehalten, weshalb wir auf fruchtbaren Austausch und rege fachliche Diskussionen hoffen.“ 

– Reinhard Windhager

Windhager und sein Team erwarten mehr als 450 BesucherInnen und laden alle Personen, die in die Therapie von Weichteiltumoren eingebunden sind, herzlich zu dieser Tagung ein.