Psychologische Hilfe für Angehörige

Wenn es erwünscht, aber nicht leistbar ist, wenn Sie das Gefühl haben, mit jemanden sprechen zu müssen und psychologische Unterstützung brauchen, nicht aber in der Lage sind, das selbst zu finanzieren, können wir Ihnen helfen. Wir bieten nahen Angehörigen von jungen onkologischen PatientInnen Unterstützung in Form einer professionellen psychologischen Begleitung.

Schreiben Sie und eine Mail auf office@pan-austria.org - dort werden alle Details geklärt.

Psychoonkologie

Unter Psychoonkologie wird eine interdisziplinäre Fachrichtung (genauer: Mediziner, Psychologen, Psychotherapeuten, Krankenpflege, medizinisch-technische Assistenz, artverwandte Berufsgruppen / jeweils mit Berufserfahrung) verstanden, deren Ziel die Beratung und Unterstützung von PatientInnen und Angehöriger in psychischen und sozialen Fragen ist. Der Mensch soll als Ganzes wahrgenommen werden (also „bio-psycho-sozial“).

PsychoonkologInnen helfen bei praktischen Fragen im Umgang mit der Krankheit, sind Ansprechpartner für Ängste und Belastungen, stehen in jeder Krankheitsphase bei und unterstützen Sie im Beibehalten einer möglichst hohen Lebensqualität. Dabei stehen die Ressourcen (was / wer kann mir jetzt helfen) im Vordergrund.

Die Psychoonkologie bedeutet Beistand und Beratung von Diagnose an durch alle Stationen der Erkrankung, sie kann leider nicht heilen oder ungeschehen machen.

Zu den häufigsten Fragen in psychoonkologischen Gesprächen gehört unter anderem die Frage:
warum habe ich Krebs?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiß die Krebsforschung von einer Reihe schädlicher Umwelteinflüsse und Verhaltensweisen (Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Alkohol, UV Strahlung, ...) und Stress kann diese Verhaltensweisen oft noch verstärken.

Eine psychische Verursachung (Stress, Persönlichkeitszüge, kritische Lebensereignisse u. a.) konnte in Studien nicht bestätigt werden, auch wenn es für manchen Betroffenen eine durchaus plausible Krankheitstheorie sein mag. Genetik und Umwelt erklären heute auch nur einen gewissen Teil aller Krebserkrankungen, viele Faktoren sind aus heutiger Sicht unbekannt oder zufällig (Fehler in der Zellteilung)
 

Detaillierte Empfehlung:
www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsentstehung.php


Der Fokus der psychoonkologischen Betreuung liegt also weniger in der Vergangenheit (wie z.B. in der Psychoanalyse), sondern auf der Gegenwart und Zukunft.

Die (Sinn-)Frage „warum“ wird somit zur Frage „wozu“ – wie will ich mein Leben gestalten, was ist, was wird mir wichtig? Ehemalige PatientInnen berichten oft von einem „anderen Bewusstsein“ zum Leben, einer Wertschätzung für Kleinigkeiten und einem tieferen Erleben. Die psycho-onkologische Forschung spricht hier vom Phänomen des „posttraumatischem Wachstums“ - in der Annahme, dass wir an den Herausforderungen und Krisen im unserem Leben wachsen, uns wandeln und anpassen können.


Hat Krebs einen Sinn?
Diese Frage kann nicht allgemein beantwortet werden, denn was bedeutet „Sinn“ überhaupt?
Es scheint ein zutiefst menschliches Bedürfnis zu sein, bei Erfahrung mit Schmerz oder Tod nach Erklärungen zu suchen.


Warum gibt es Leid und Krankheiten? – eine Frage, so alt wie die Menschheit selbst.
Sie wird in der persönlichen Betroffenheit aktuell, wenn nicht sogar quälend: eine persönliche Antwort darauf zu finden und dem Leid einen Sinn zuzuschreiben, kann ein wichtiger Teil in der Bewältigung sein.


Krankheitsbewältigung ist das Stichwort und Kernthema in der Psychoonkologie: wie soll man (psychisch) mit der bedrohlichen Erkrankung umgehen?


Ist es in Ordnung, sich abzulenkenab wann beginnt die „Verdrängung“?
Ist es normal, wenn immer wieder angstvolle Gedanken oder Erinnerungen an die Mitteilung des Arztes aufsteigen?


Gibt es einen „richtigen Weg“ sich damit auseinanderzusetzen?
Nun, im Prinzip gibt es viele verschiedene Wege und jeder findet seinen Weg, insofern gibt es hier kein richtig oder falsch. Psychoonkologen wollen die Kommunikation (zum behandelnden Team;  zum sozialen Umfeld) verbessern. Traumatische Erfahrungen können aufgearbeitet werden, Dinge dürfen ausgesprochen werden. Dabei gilt: die Konfrontation mit den Ängsten ist kein Muss, beruht auf einer vertrauensvollen Beziehung und braucht Raum und Zeit. Das Ziel kann nicht darin liegen, Ängste zu entkräften und „wegzutherapieren“, sondern sie als innerer Teil zu akzeptieren und mit ihnen zu leben.


Schmerz, Übelkeit, Schlafstörungen und andere unerwünschte Nebenwirkungen:
hier kommen regelmäßig symptomlindernde Medikamente zum Zug. Ebenfalls gibt es komplementäre Ansätze wie Homöopathie und TCM (u.v.m.), die unterstützend wirken können. Die Rolle der Psychoonkologie liegt hier einerseits in der Information und Empfehlung, andererseits kann mit  Entspannungsverfahren wie der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenem Training nach Schulz, Imagination und klinischer Hypnose (u.v.a.) eine subjektive Verbesserung, ein tieferes Verständnis oder auch ein besseres Aushalten ermöglicht werden.

Biofeedback, Meditation und körperbezogene Methoden sind ebenfalls wichtige Ansätze, die an Popularität und wissenschaftlichen  Wirksamkeitsnachweisen durch Studien gewinnen.

Online- Empfehlung:
www.krebshilfe-wien.at/Veranstaltungskalender.114.0.html
www.leben-mit-krebs.at (Sammlung aktueller Vorträge von Fachärzten und anderen Fachleuten)
www.yoga4therapy.at
 

Spezielle Themen, die mit der Krebserkrankung im Zusammenhang stehen und die im psychologischen / psychoonkologischen / sozialarbeiterischem Gespräch Platz finden, sind: Auswirkung der Krankheit auf den Partner / die Familie / die Kinder, Sexualität, verändertes Körperbild, Fruchtbarkeit und Kinderwunsch, Umgang mit dem Umfeld und Grenzen setzen können, sozialrechtliche Fragen ( Patientenverfügung, Heimpflege, berufliche Zukunft). Hier darf auf das umfangreiche Angebot der Krebshilfe und anderer Vereine hingewiesen werden:

Online- Empfehlung:
www.krebshilfe-wien.at/Information.19.0.htm
www.krebshilfe.net

Kinder:
www.die-boje.at
www.rainbows.at            
www.projekt-koni.de 
www.verbund-kinder-krebskranker-eltern.de

 

Vernetzung und Selbsthilfegruppen – Krebs ist kein Einzelschicksal, daher gibt es die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen oder ehemaligen PatientInnen zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Je nach Gruppe kann Information oder die zwischenmenschliche Komponente überwiegen, viele PatientInnen suchen Gleichbetroffene, die ihre Lage durch eigene Erfahrungen verstehen können. Die Wiener Gesundheitsförderung gibt jährlich ein Verzeichnis über alle in Österreich gemeldeten Selbsthilfegruppen, einsehbar unter 

Online- Empfehlung:
www.wig.or.at/SHG-Verzeichnis.50.0.html

Internetforum mit vielen persönlichen Berichten:
www.krebs-kompass.at

 

Psychotherapie – wie finde ich jemanden und bekomme einen Kassenplatz?
Gegenwärtig gibt es in Österreich mehr als 7500 PsychotherpeutInnen (das sind idR: Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Pädagogen u. a.), die in einer von dzt. 23 anerkannten Schulen als Psychotherapeuten ausgebildet wurden.

Für die Arbeit mit dem Thema Krebs eignen sich besonders: die Verhaltenstherapie (starke Symptomorientierung), die Existenzanalyse (Sinn und Orientierung im Leben), systemische Familientherapie sowie psychotraumalogisch fundierte Richtungen (zB EDMR), ebenfalls tiefenpsychologische Richtungen. Holen Sie sich persönliche Empfehlungen ein, und achten auf  Therapeuten mit einschlägiger Berufserfahrung im onkologischen Feld sowie auf Zusatzqualifikationen (Zertifikate der ÖPPO, ÖPGO und anderer psychoonkologischer Vereine).

Online- Empfehlung:
http://bmg.gv.at/..../patienteninformation_psychotherapiemethoden.pdf
(​Broschüre des Gesundheitsministeriums für psychotherapeutische Methoden)


Praktisches Vorgehen:
Nutzen Sie Suchplattformen wie www.psyonline.at
(regionale Suche / Suche nach freien Plätzen / Suche nach Themen „Psycho-Onkologie“)
oder www.psychnet.at (Stichwortsuche „Psychoonkologie“).

Erfragen Sie dringend  Rahmenbedingungen (Kosten des Erstgespräches, Finanzierung durch die Kasse, ...) und beachten die menschlichen Faktoren wie Sympathie, Empathie, professionellen Eindruck... Vollfinanzierte Kassenplätze gibt es (möglicherweise, je nach Kontingent) über die WGPV.

www.psychotherapie-wien.at (Tel.: 01 968 80 25)
oder VAP www.vap.or.at (Tel.: 01 402 56 96)


Dieser Bereich wurde von Mag. Philipp Schützl zur verfügung gestellt.

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